Rürup-Rente

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RÜRUP-RENTE (Altervorsorge)

Allgemeines zur Rürup Rente

Das Bundesverfassungsgericht hat am 06.03.2002 beschlossen, dass die Leistungen aus den Beamtenpensionen und den gesetzlichen Rentenversicherungen auf gleiche Weise versteuert werden sollen. Durch diese Änderung hat sich eine Versorgungslücke für den Rentner gebildet.

Die Regelung, dass nur die Beamtenpension versteuert wird, wurde geändert. Die gesetzlichen Renten werden, seit dem Jahr 2005, nun vollständig steuerpflichtig. Dies wurde bis zum Jahre 2040, also mit einer Übergangsfrist von 35 Jahren beschlossen. Um der Versorgungslücke entgegen zu wirken, wurde seit 2005 die sog. Rürup- oder Basis-Rente von dem Gesetzgeber eingeführt. Diese schauen wir uns nun näher an.

Ab 2005 kann die Rürup-Rente mit 60 %, wobei diese bis zum Jahr 2025 um 2 % jährlich steigend, steuerlich angesetzt werden. Die Rentenleistung darf aus dem Vertrag nicht beantragt werden, bevor man das 62. Lebensjahr erreicht hat, nur eine Rente auf Lebenszeit ist vorgesehen. Außerdem sind die Ansprüche aus der Rürup-Rente nicht beleihbar, veräußerbar, kapitalisierbar oder vererbbar.

Was ist die Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente ist eine Altersabsicherung, welche vom Staat gefördert wird. In Zusammenarbeit mit der gesetzlichen Rente soll dies im Alter eine Grundlage für das finanzielle Auskommen bilden. Dies wird im Alterseinkünftegesetz 2005 festgehalten. Der Staat fördert die Beiträge zur Rürup-Rente steuerlich in der Ansparphase, allerdings muss im Alter die Auszahlungen versteuert werden. In vielen Fällen werden jedoch nur minimale Steuerbeträge anfallen, dies kann man aufgrund einer geringen Steuerprogression und Freibeträgen im Rentenalter annehmen.

Seit wann gibt es die Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente wurde im Jahr 2005 eingeführt. In den ersten Jahren nach der Einführung gestalteten sich die Verträge meist komplex, intransparent und teuer. Inzwischen hat sich das gebessert.

Warum fördert der Staat die private Altersvorsorge?

Da die gesetzliche Rentenversicherung keinen sorgenfreien Lebensabend mehr garantieren kann, belohnt der Staat die Initiative zur privaten Vorsorge durch Förderprogramme wie Riester und Rürup.

Neben den beiden genannten existiert aber auch noch die betriebliche Altersversorgung. Diese bietet vor allem durch die Direktversicherung Chancen. Weiteres finden Sie hierzu in unserem Thema BAV.

Für wen ist die Rürup-Rente geeignet?

  • Der Staat hat das Rürup Modell entwickelt um Selbstständige mit hoher Steuerbelastung einen Anreiz zur privaten Rentenvorsorge zu verschaffen, da diese weder die betriebliche Vorsorge noch die Riester-Rente nutzen können.

  • Angestellte die besser verdienen.

  • Ältere Anleger die durch eine Auszahlung einer Lebensversicherung über frei verfügbaren finanziellen Mitteln verfügen.

Welche Voraussetzung muss ein Rürup-Produkt erfüllen?

Die steuerlichen Förderungen wurden durch den Gesetzgeber an einige Bedingungen geknüpft. Die Rürup-Produkte dürfen frühestens ab dem 62. Lebensjahr und ausschließlich als Rente ausbezahlt werden. Sie ist

  • unbeleihbar,

  • unvererblich,

  • unveräußerbar,

  • unübertragbar und

  • unkapitalisierbar.

 

Gibt es Ausnahmen für die Kapitalisierung?

Wenn die jährliche Bezugsgröße der Rente nicht mehr als ein Prozent erreicht, ist seit dem 01.01.2015 die Abfindung einer Kleinbeitragsrente möglich.

Für das Jahr 2018 gilt, dass wenn die Monatsrente nicht 36,54 Euro (West) oder 32,34 Euro (Ost) übersteigt, kann eine Einmalzahlung von den Versicherten getätigt werden.

Was passiert, wenn der Versicherte seinen Ruhestand im Ausland verbringen will?

Der Rentner kann seinen Ruhestand im Ausland verleben. Allerdings wird geprüft ob in diesem Land ein sog. „Doppelbesteuerungsabkommen“ besteht. Wenn dies zutrifft, werden die gesetzlichen Steuern an die des Landes angepasst. Die gesetzlichen Vorgaben werden jedoch nicht geändert, wenn der Rentner einen weiteren Wohnsitz in Deutschland besitzt. Falls keins von beiden zutrifft und es in dem jeweiligen Land kein „Doppelbesteuerungsabkommen“ besteht, müssen die steuerlichen Vergünstigungen zurückgezahlt werden, die der Rentner während der Ansparphase erhalten hat.

Was passiert, falls der Versicherte arbeitslos wird?

Der angesparte Betrag fließt nicht in die Berechnung vom Arbeitslosengeld ein, wenn sich der Kunde noch in der Ansparphase befindet. Auch trotz vorübergehender Arbeitslosigkeit ist die Rente gesichert. Der Kunde kann dann die Zahlung aussetzen oder ein weiteres Besparen des Vertrags durchführen.

Kann eine Rürup-Rente gepfändet werden?

Die Verträge können nicht gepfändet werden solange er sich in der Ansparphase befindet. Allerdings kann der über den gesetzlichen Pfändungsgrenzen liegende Teil während der Rentenphase gepfändet werden.

Was passiert mit den eingezahlten Beiträgen im Todesfall?

Im Todesfall werden grundsätzlich keine Leistungen folgen. Die Versicherer bieten jedoch für die Ansparphase eine Beitragsrückgewähr an, welche dem Ehepartner oder den versorgungsberechtigten Kindern als Hinterbliebenenrente ausgezahlt wird.

Wie kann ich meine Hinterbliebenen absichern?

Es kann tarifabhängig für die Versorgungsberechtigten eine Rentenzahlung vereinbart werden, für den Todesfall vor Beginn der Rentenzahlung. Eine Hinterbliebenenrente kann als Todesfallleistung für die Zeit der Rentenzahlung vereinbart werden. Hierbei wird zwischen der Kaptalgarantie und der Rentengarantiezeit unterschieden.

  • Rentengarantiezeit:

Das noch zur Verfügung stehende Kapital, welches sich aus den noch ausstehenden Renten bis zum Ende der Rentengarantiezeit ergibt, wird als Hinterbliebenenrente verwendet.

  • Kapitalgarantie:

Dem zum Rentenbeginn zur Verfügung gestandenen Kapital wird die bereits gezahlte Rente abgezogen. Der Rest bildet dann die Hinterbliebenenrente. Es geht also nichts verloren.

Wer ist versorgungsberechtigt bzw. an wen kann eine Todesfallleistung ausgezahlt werden?  

Bei der Rürup-Rente gelten als Versorgungsberechtigte nur der Ehepartner und die Kinder, denen zum Todeszeitpunkt, nach § 32 Absatz 6 EstG, Kindergeld oder ein Freibetrag zugestanden hätte. Die Hinterbliebenenrente (Witwen-/Witwerrente bzw. Waisenrente) wird nach dem Tod der versicherten Person monatlich gezahlt. Die Auszahlung erfolgt als Witwen-/Witwerrente lebenslang oder Waisenrente längstens, insofern die Voraussetzungen für die Berücksichtigung als Kind (laut § 32 EstG) gelten. Manche Versicherer bieten auch eine, im Hintergrund laufende, Risikoversicherung an, welche als „freie Vererbbarkeit“ bezeichnet wird. Dadurch kann gewährleistet werden, dass Personen wie z. B. der Lebenspartner, der nicht versorgungsberechtigt ist, eine Todesfallleistung erhält.

 

Wie sieht die steuerliche Förderung bei der Rürup Rente aus?

Wie hoch sind die begünstigten Beiträge für den Sonderausgabenabzug?

Als abzugsfähige Sonderausgaben werde Beiträge von jährlich bis zu 23.712 Euro (bei Verheirateten bis zu 47.424 Euro) bezeichnet, von denen die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abgezogen werden. Die Beiträge können ausschließlich innerhalb des Übergangszeitraums von 2005 bis 2024 abgezogen werden. Die Auszahlungen müssen im Alter versteuert werden, obwohl der Staat die Basis-Rente in der Ansparphase steuerlich fördert. In vielen Fällen werden im Alter nur geringe Steuerbeträge anfallen. Dies lässt sich auf Freibeträge und einer geringen Steuerprogression zurückführen.

 

Gibt es einen maximalen Förderbetrag?

Die vom Staat geförderten Höchstbeträge liegen für:

  • Alleinstehende bei 23.712 Euro.

  • Ehepartnern bei 47.424 Euro.

Wie hoch ist der maximal absetzbare Betrag in 2018?

Es können im Jahr 2018 Beträge in höhe von höchstens 20.392,32 Euro/40.784,64 Euro (Ledige/Verheiratete) bei der Steuer geltend gemacht werden.

Berechnung: 23.712 EUR/47.424 EUR x 86% = 20.392,32 EUR/40.784,64 EUR.

Darüberliegende Beiträge erhöhen die Gesamtleistung des Versicherungsvertrags, werden jedoch nicht steuerlich berücksichtigt. In diesem Fall steigt die Förderquote, bis im Jahr 2025 die Vorsorgeaufwendungen in voller Höhe abzugsfällig sind, um 2% jährlich (2018 = 86%).

Wird der Prozentsatz des absetzbaren Teils zum Jahr des Abschlusses festgeschrieben?

Nein, der Betrag der in die Basis-Rente eingezahlt wird kann in jedem Jahr mit dem, zu diesem Zeitpunkt geltendem, Prozentsatz abgesetzt werden. Im Jahr 2018 sind es z. B. 86% der Einzahlungen. Dies ist komplett unabhängig von dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses.

Sind Beiträge zur Rürup-Rente zusätzliche Sonderausgaben?

In der Steuererklärung können seit Anfang 2006 die Beiträge zur Rürup-Rente als separater Sonderausgabenabzug geltend gemacht werden. Abzugsmöglichkeiten für private Vorsorgeaufwendungen wie z. B. für Kranken-, Haftpflicht-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge, welche vor dem Jahr 2005 abgeschlossen worden, bleiben weiterhin bestehen. Aus diesem Grund ist die Rürup-Rente besonders attraktiv für Freiberufler und Selbstständige, da es für sie in den meisten Fällen die einzige Anlageform ist steuervergünstigte Altersvorsorge zu betreiben.

Was können Selbstständige steuerlich geltend machen?

Der jeweilige Höchstbetrag kann von einem Selbständigen, ohne Einzahlung in ein berufsständisches Versorgungswerk, abgesetzt werden. Sollten Beiträge in ein berufsständisches Versorgungswerk/in die gesetzliche Rentenversicherung von einem Selbständigen oder Freiberufler eingezahlt werden, werden diese von dem Beitrag (maximal 23.712 Euro/ 47.424 Euro) abgezogen.

Was können Arbeitnehmer steuerlich geltend machen?

Die Einzahlung zur gesetzlichen Rentenversicherung müssen von dem maximalen abziehbaren Sonderausgaben-Beitrag vom Arbeitnehmer abgezogen werden.

Berechnung Lediger:

ArbG-Anteil GRV + ArbN-Anteil GRV + Beiträge Rürup-Rente = Summe (max. 23.712 €) davon 86% (2018) - ArbG-Anteil GRV = Sonderausgabenabzug

Was können Beamte steuerlich geltend machen?

Zur allgemeinen Rentenversicherung wird eine fiktive Beitragsleistung (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil), laut § 10 ABS.3 EstG, berücksichtigt, da Beamte in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei sind. Aus Vereinfachungsgründen wird von der gesetzlichen Rentenversicherung der maximal der Höchstbetrag-Ost angesetzt. Ansonsten könnten diese außerhalb ihrer Pflichtvorsorge einen höheren Steuervergünstigung Rahmen zur privaten Altersvorsorge der Basisvorsorge nutzen. So kann die Gleichbehandlung gewährleistet werden.

Muss der Kunde einen Antrag auf Förderung stellen?

Die Voraussetzung für diese Förderung ist eine jährliche Bestätigung der Prämienzahlung an das Bundeszentralamt für Steuern, welche von dem Versicherer elektronisch getätigt werden muss.

Wer zahlt die Förderung aus?

Das Finanzamt zahlt die Steuerersparnisse im Rahmen der persönlichen Steuerrückerstattung aus.

Was bedeutet „Günstigerprüfung“?

Bei der sogenannten „Günstigerprüfung“ wird das Steuerrecht, das bis 2004 galt mit dem, das ab 2005 galt verglichen und das Günstigere wird für den Verbraucher angewandt. Dadurch wird den Wenigverdienern ein Vorteil verschafft. Bis zu dem Jahr 2004 gab es nur einen einheitlichen abzugsfähigen Vorsorgehöchstbetrag, wobei die Vorsorgeaufwendungen bzw. Versicherungsbeiträge seit 2005 getrennt werden nach

  • Altersvorsorgeaufwendungen und

  • anderen Vorsorgeaufwendungen.

Diese können bis zu jeweiligen Höchstbeträgen abgesetzt werden.

Die Günstigerprüfung wird in den Jahren 2005 bis 2019 automatisch beim Finanzamt durchgeführt.

Wie sieht die steuerliche Situation vor Rentenbeginn aus?

Der Höchstbetrag der von den Steuern abgesetzt werden kann, ändert sich in dem Zeitraum 2006 bis 2025 schrittweise von 60% bis 100%. Wobei dieser jedes Jahr um 2% steigt.

Wie sieht die steuerliche Situation nach Rentenbeginn aus?

Der Prozentsatz der nachgelagerten Besteuerung der später ausgezahlten Rente steigt schrittweise von 50% bis 100% in dem Zeitraum 2006 bis 2040. Das „Kohortenprinzip“ besagt, dass bis zum Jahr 2020 der Prozentsatz um 2% jährlich wächst und dann bis zu dem Jahr 2040 um 1%. Im Jahr 2018 liegt der Besteuerungssatz bei der Rürup-Rente bei 76%.

Wie wird der zu versteuernde Anteil der Rente berechnet?

Wenn man die Rente beginnt wird der zu versteuernde Anteil berechnet und der steuerfreie Anteil wir „eingefroren“. Der „eingefrorene“ Anteil bleibt „für immer“ von der Steuer befreit, wobei künftige Rentensteigerungen immer zu 100% versteuert werden.

Bleibt der zu versteuernde Anteil der Rente immer gleich?

Es wird nur der absolute Freibetrag konserviert. Der zu Rentenbeginn festgelegter Prozentsatz bleibt veränderbar. Falls die Rente durch z. B. Rentenerhöhung steigen sollte, wird dieser Teil komplett versteuert.

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